Christoph Kolumbus


Einer der wohl bekanntesten Seefahrer der Welt ist Christoph Kolumbus. Doch seine Aufgabe ist nicht nur für die
Welt an sich, wie wir sie heute kennen, bedeutsam, sondern vorallem auch für Spanien im Jahre 1492.
Er brachte als erster einen Hauch Zivilisation nach Amerika und großes Wissen nach Spanien.
Er breitete deren Macht nicht in Europa aus - er weitete sie bis auf einen neuen Kontinet.
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Christoph Kolumbus




1. Biographie


Christoph Kolumbus wurde vermutlich im Jahr 1451 zwischen dem 25 August und Ende Oktober in Genua geboren. Hier liegt keine genaue Angabe vor, da Kolumbus immer versuchte seine Herkunft zu verbergen.
Kolumbus wurde als Sohn des genuesischen Wollwebers Domenico Colombo und seiner Frau Suzanna Fontanarossa als eines von fünf Kindern geboren. Seine Jugend verbrachte Kolumbus wahrscheinlich in Genua bei seiner Familie, wo er sich auch schon früh der Seefahrt gewidmet haben soll. Schon mit 14 Jahren soll Kolumbus auf See gewesen sein, er studierte ebenfalls die Fächer Latein und Mathematik, welche grundlegend für die Seefahrt waren.
1477 zog Kolumbus dann aus seinem Elternhaus aus, in Richtung Lissabon, um sich der Seefahrt zu widmen.
Um 1480 wurde in Madeira Kolumbus Sohn geboren, welchen er mit seiner Frau Felipa Perestrello e Moniz bekam. Die folgenden Jahre verbrachte Kolumbus auf Porto Santo, wo er Bordbücher und Seekarten seines Schwiegervaters studierte. Die Insel lag auf dem Weg nach Afrika und war ein viel besuchter Ort von Schiffen, wodurch Kolumbus auch immer Nachrichten über neue Entdeckungen bekam. Aufgrund dieser Informationen lässt sich vermuten, dass Kolumbus in dieser Zeit die Die hatte Indien von Westen aus zu erreichen.
Vor den Jahren seiner „großen“ Entdeckungsfahrt machte Kolumbus einige Fahrten, jedoch weiß man nicht genau für wen, da er die Lager immer wieder wechselte.
Am 20.Mai 1506 starb Kolumbus im Alter von etwa 55 Jahren zurückgezogen in Valladolid, sein Leichnam wurde in Sevilla begraben, jedoch 1542 auf Wunsch seines Sohne nach Santo Domingo überführt.[1]




2. Die vier Reisen


2.1 Bedeutung des Seewegs nach Ostindien

Am Ende des 15. Jahrhunderts wuchs in Europa das Interesse an einem direkten Seeweg nach Indien, um somit unmittelbaren Handel mit Asien betreiben zu können. Vor allem das Interesse an wertvollen Gewürzen wie Pfeffer, Gewürznelken, Muskat und Zimt war zu der Zeit sehr hoch und stellte somit einen hohen Wert dar. So wurden diese Gewürze nicht nur zum Würzen von Gerichten genutzt, sie bildeten auch die Grundlage für Arzneimittel und wurden als Konservierungsstoffe verwendet, was sie für die damalige Zeit unverzichtbar machten und wertvoll.[2]



2.2 Kolumbus Idee von der Westfahrt nach Indien

Kolumbus war der Sohn eines Wollwebers, was seine geringe Bildung erklären würde, die er hatte und so konnte er die meisten Schriften nicht richtig verstehen, die er studierte um genaueres über die Welt und ihre Maße zu erfahren.Kolumbus stützte seine Idee unter anderem auf Werke von Aristoteles (384-322 v.Chr.), Marco Polo (1254-1324) und ganz wesentlich auf das Werk Imago Mundi von Pierre d`Ailly (1350-1420), welches er lange studierte. Da jedoch davon auszugehen ist, dass Kolumbus als Sohn eines Wollwebers keine gute Schulbildung hatte, war er vor allem der geschriebenen Sprache nicht in besonderem Maße mächtig. Hierdurch kam es zu einigen Fehlern und er verstand einige Sachverhalte falsch. Vor allem ging er von einer zu kleinen Entfernung zwischen den Breitengraden aus, was dazu führte, dass sich für ihn die Welt als wesentlich kleiner darstellte, als sie in Wirklichkeit ist. Bei Kolumbus war auch der Asiatische Kontinent viel zu groß und der Amerikanische existierte erst gar nicht.[3]



2.3 Kolumbus auf der Suche nach Unterstützung


Um 1484 suchte Christoph Kolumbus das portugiesische Königshaus auf, um seinen Plan vorzutragen, Indien auf dem westlichen Seeweg zu suchen. König Johan II. war jedoch nicht sehr von Kolumbus Idee nicht sehr überzeugt und dies
Königin Isabella I. von Kastilien
Königin Isabella I. von Kastilien
begründete er vor allem dadurch, dass Kolumbus Berechnungen für einen westlichen Seeweg nach Indien falsch seien.
Um 1485 zog Kolumbus mit seinem Sohn in eine kleine Hafenstadt in Spanien an der Grenze zu Portugal, so befand er sich dem spanischen Königshaus näher, an welchen er später auch noch anheuern sollte.

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König Ferdinand II. von Aragón

Am 20. Januar 1486 wurde Kolumbus dann in den Dienst der spanischen Krone gestellt, jedoch wurde er im Mai des Jahres 1486 zu einer Audienz geladen. Bei dieser Audienz stellte Kolumbus seine Idee einer Westfahrt nach Indien dem Königshaus um Königin Isabella und König Ferdinand vor. Diese lehnten jedoch zunächst ab, da sie nicht so sehr von Kolumbus Idee überzeugt waren und sich auch zunächst lieber auf die Reconquista konzentrieren wollten.
In seiner Zeit in Spanien lernte Kolumbus einige einflussreiche Personen kennen, welche wohl dafür gesorgt haben, dass die Königsfamilie doch noch Kolumbus ihre Unterstützung Anboten. Kolumbus war gerade auf dem Weg nach Frankreich um dort nach Unterstützung für sein Vorhaben zu suchen, als Königin Isabella einen Boten entsenden ließ. Dieser Bote teilte Kolumbus mit, dass die Königin doch mit seinen Forderungen einverstanden sei und somit hatte Kolumbus Geld und Mittel für seine Reise Verfügung standen.[4]


2.4 Die vier Reisen(Überblick)


Die erste der drei Reisen, die Kolumbus nach Amerika antrat, beruhte auf minuziöser Vorbereitung. Kolumbus bemächtigte sich allen Wissens, welches er bisher gesammelt hatte, um sein Gelingen so erfolgreich wie möglich zu gestalten.

Die erste Reise ist auf Entdecken und Erobern ausgerichtet. Es reiste kein Geistlicher mit ihm. Aufzeichnungen ergeben, dass Kolumbus vorerst durch die Faszination den fremdartigen Menschen gegenüber gelenkt war. Erst nach einer Weile begann er mit der verschärfden Suche nach Gold, welche sich wie ein roter Faden durch alle Reisen zieht, vorallem aber durch die erste und zweite. Was er an Gold aus seiner ersten Reise erhält, war nicht genug für ihn.
Er kehrte zurück, woller Tatendrang und mit der Hoffnung, die Stützpunkte, die er mit einigen Männern zurück ließ mögen fruchten. In Kastilien wird er feierlich begrüßt, man hing an seinen Lippen und schnell wurden reiche Kaufleute und
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Überblick der vier Reisen
Adelige auf ihn aufmerksam. Man beschließt, eine weitere Reise zu planen.
Die zweite Reise des Kolumbus in Begleitung einer noch größeren Flotte scheint unter einem schlechten Stern zu stehen, doch es ergibt sich, dass Kolumbus Irrglaube einer friedlichen Übernahme weder Hand noch Fuß hatte.
Die von ihm errichteten Stützpunkte wurden zerstört. Es hätte starke Auseinandersetzungen gegeben, berichtet ihm ein Eingeborener.
Die Reise verlief, in Hinblick auf Kolumbus eigentliches Ziel - das Gold - eher unerfolgreich.
Die letzten beiden, darauf folgenden Reisen stellen ein Echo der zweiten dar. Kolumbus, welcher von Gicht und Vertrauensproblemen am Hof geplagt wird, wandte sich seinem Zweitauftrag, nämlich dem der Missionierung, immer mehr zu und vertieft sich darin um den Glauben an seine ihm allein von Gott
anvertraute Aufgabe nicht aufgeben zu müssen. Er verfehlte sein Ziel. Zuletzt wird Kolumbus als Heuchler angesehen, es folgt das Ende seines Triumphs.




3. Bordbuch des Kolumbus


3.1 Inhaltsangabe

Der Start auf seine Reise gestaltete sich für Columbus als schwierig, da seine Crew ohne jeglichen Mut in See stach. Columbus selber schrieb, dass er schon am 2. Tag Angst vor einer Meuterei hatte.
Am 28. September folgte die erste offene Meuterei, er selber fühlte sich wie ein „eigener Gefangener auf seinem Schiff“. Am 10. Oktober gab es das letzte Ultimatum, Columbus sollte umkehren oder mit seinem Leben büßen.
Er bekam drei letzte Tage Zeit um doch noch Land zu finden.
Columbus nutzte diese Tage und entdeckte wie er schrieb am 12. Oktober eine Insel, die er auf den Namen “San Salvador“ taufte.
Laut seiner Aussage versuchte er mit den Indianer eine Freundschaft aufzubauen. Die Indianer berichteten ihm von Gold und anderen Schätzen.
Am 3. Dezember berichtete Columbus von einem versuchten Angriff seitens der Indianer, er habe allerdings ruhig reagiert und den Kampf nicht angenommen, sondern sie mit Glasperlen beschenkt und so war er einen Tausch eingegangen, Glasperlen gegen Speere.
Am 7. Dezember schickte Columbus erstmals sieben bewaffnete Männer aufs Land um Kontakt mit Einheimischen aufzunehmen. Die Waffen erklärte er durch die Angst vor einem Angriff der Einheimischen.
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Kolumbuskarte

Die Matrosen kamen mit Geschenken zurück.
Allerdings ohne den erhofften Goldfund.
Darauf hin reagierte Columbus ungeduldig und besuchte am 25. Dezember selber den Herrscher einer Halbinsel zu dem er ein gutes Verhältnis aufgebaut hatte.
Im späteren Verlauf des Tages passierte ihm ein folgenschwerer Fehler, da sein Schiff, die “Santa Maria“, auf eine Sandbank auflief. Dieses Missgeschick führte letztendlich dazu, dass er seine Reise vorzeitig beenden musst
Am nächsten Tag demonstrierte Columbus seine Macht gegenüber den Indianer, indem er vor den Augen der Indianer, dessen Herrscher der Insel sich unter ihnen befand, von seinem Schiff, der “Nina“, feuern lies.
Am 27. Dezember kurz vor der Rückfahrt nach Spanien ließ er die erste Festung auf dem Festland bauen. Er begründete dies nicht mit der Angst vor den Indianern, sondern mit der Angst vor Kannibalen, von denen die Indianer immer wieder erzählten.
Auf der Rückfahrt berichtete er , dass seine Mannschaft und er am 10. Januar von Kannibalen angegriffen wurden, aber seine Matrosen diesen Kampf gewonnnen hätten. Es sei das erste geflossene Blut der Einheimischen gewesen.[5]




3.2 Überprüfung

Zum Bordbuch kann man sagen, dass die Berichte über das viele Gold, welches nur in Teilen vorhanden war, nur der Manipulation derer Menschen galt, auf die Columbus angewiesen war. Sprich auf die Leute die seine Reisen finanzierten.
Allgemein kann man sagen, dass die Berichte immer mehr pragmatisch wurden und immer mehr die Rede war von den ganzen neu entdeckten Ressourcen. Hier ist allerdings zu bezweifeln, ob diese wirklich in der Masse vorhanden waren.
Die Wirklichkeit wird auf wenige Dinge reduziert, wie zum Beispiel das milde Klima oder das Gezwitscher der Vögel.
Auffällig ist auch, dass er die „Wilden“, also die Indianer, so beschreibt, dass man sie zu perfekten Christen erziehen kann. Hier wird auch klar, dass eine gewisse Form von Sklaverei schon auf der ersten Reise zu erkennen ist. Auf den weiteren Reisen wird die Sklaverei und die Brutalität von Columbus noch deutlicher.
Als letztes kann man noch sagen, dass dieses Bordbuch besonderes dazu diente, das Interesse der Königin weiter zu steigern. Genau das ist ihm durch die präzise Beschreibung des vorhandenen Goldes und der anderen Kostbarkeiten gelungen.[6]




4. Kolumbus als Nautiker und Missionar


Über diese beiden Aspekte lässt sich sagen, dass Kolumbus auf allen Reisen stets durch seine nautischen Fähigkeiten glänzte und ohne diese wohl kaum mehrmals den gleichen Ort wiedergefunden hätte. Er hatte sich auf lange Sicht "Solides, praktisches Seemannswissen" angeeignet und wusste dieses zu nutzen. Eine grundsätzliche Aufgabe - und zwar die des Missionierens - vernachlässigte Kolumbus und fand erst wieder zu ihr zurück, als sich sein Unternehmen dem Ende zuneigte. Zwar soll Gott persönlich ihn auserwählt haben, Großes zu vollbringen, doch allein diese Tatsache soll die Aufgabe noch lange nicht zum Lebensinhalt Kolumbus' machen.
Kolumbus war kein Missionar in dem Sinne, er ging dieser Aufgabe eher zweckdienlich nach um Isabella und Ferdinand auf seiner Seite zu wissen und sich ihrer Unterstützung für sein eigentliches Vorhaben sicher sein zu können. Die höchste Priorität liegt bei Kolumbus weder bei dem Einen noch dem Anderen. Viel eher waren beide Eigenschaften Teil seiner von Gier geplagten Persönlichkeit.




5. Die Auswirkungen Kolumbus Reise für Europa und die Welt


Vor allem den Ureinwohnern brachte Kolumbus Entdeckung Amerikas nichts Gutes, bereits zwei Jahre nach der Entdeckung nahmen sich spanische Siedler Siedlungsland und versuchten die Indianer zu unterwerfen.
Kolumbus persönlich verhoffte sich von der Entdeckung Amerikas Ruhm, Reichtum und Gold, um dies alles zu erreichen wurden die Einheimischen auch schon bald versklavt, um diese Gier Kolumbus und der anderen Neuankömmlingen zu stillen. So sollten sie den Goldstaub aus dem Sand der Flüsse waschen, was aufgrund der erwarteten Mengen der Spanier nahezu unmöglich war. Ebenso wollten die Spanier alle Indianer zum Christentum bekehren und sie sollten sich auch kulturell unterwerfen.
Der Kolonialismus wurde ausgehend von den Seefahrernationen Spanien und Portugal Ende des 15. Jahrhunderts geboren und breitete sich auf die ganze Welt aus. Andere europäische Länder folgten dem Beispiel und vor allem in Afrika begann ein Wettlauf um Kolonien. Die Europäer maßten sich an, dem Rest der Welt ihren Lebensstil und ihren Glauben aufzuzwingen und die Menschen in den Kolonialländern zu versklaven. Erst im 20. Jh. wurden die letzten Kolonialmächte aufgegeben.[7]

  1. ^
    Vgl. Venzke, Andreas: Der „Entdecker Amerikas“, Aufstieg und Fall des Christoph Kolumbus, Zürich 1991, S.23-31
    http://www.dieterwunderlich.de/Christoph_Kolumbus.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Kolumbus
  2. ^
    Vgl. Hümmerich, Franz: Vasco da Gama und die Entdeckung des Seewegs nach Ostindien, Hildesheim[u.a.], 1977, S. 15
    http://www.helles-koepfchen.de/artikel/1711.html
  3. ^ Vgl. Venzke, Andreas: Der „Entdecker Amerikas“, Aufstieg und Fall des Kolumbus, Zürich 1991, S.87-90
  4. ^ Vgl. http://www.helles-koepfchen.de/artikel/1711.html

    http://www.dieterwunderlich.de/Christoph_Kolumbus.htm
  5. ^ Robert Grün, a.a.O. ( S. 75 ff. )
  6. ^ Vgl. Frauke Gewecke a.a.O.( S. 301ff. )
  7. ^ Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kolonialismus